Taber

Taber

Gries, Moritzing

Klaus Mumelter

Von Frauen und den alten Reben

Meine Liebe zum Wein und speziell zum Lagrein kommt daher, dass meine Vorfahren seit Jahrhunderten Bauern und Weinbauern waren. Taber, das war der Name meiner Urgroßmutter. Der Hof trug ihren Namen. Auf den Höfen hatten ja oft, die Frauen das Sagen, das war so. Denkt man heute vielleicht nicht, aber war so. Und als ich den Hof 1977 übernahm, habe ich gar nicht so viel geändert. Viele Reben sind sogar noch von damals, 80 Jahre alt und noch älter. Alte Reben sind natürlich nicht so ergiebig, aber ihre Trauben haben mehr Tiefe. Bisschen wie beim Menschen, oder?

Der Meister des Lagreins.

Der Meister des Lagreins.

Wir versuchen das Beste aus unseren Reben herauszuholen. Wir beschränken den Ertrag und steigern dadurch enorm die Qualität. Lieber Qualität als Quantität, das ist mein Credo, denn Wein ist schließlich etwas für Genießer. Jeder, egal in welchem Beruf, sollte immer versuchen das Beste daraus zu machen. Das ist meine Philosophie. Daran arbeite ich jedes Jahr aufs Neue. Dass unser Taber schon viele verschiedene, höchste Auszeichnungen erhalten hat, macht mich natürlich schon ein bisschen stolz. Aber das ist auch die Kunst unseres Önologen. Der ist für mich der Meister des Lagreins.

Mehr brauche ich nicht.

Meine alten Rebstöcke sind nach wie vor nach der Perglen-Methode erzogen. Die Pflege dafür ist allerdings aufwändiger und muss von erfahrener Hand durchgeführt werden. Unsere Vorfahren haben uns das Wissen der Pflege sehr gut weiterermittelt. Dass besonders der Rotwein in der Ebene von Bozen so gut gedeiht, liegt aber auch an den hervorragenden Böden. Das sind Schwemmböden mit Porphyr, einem verwitterten Vulkangestein. So wie der Schiefer für einen Riesling die beste Grundlage ist, so ist das mit dem Porphyr für den Lagrein. In mein Haus habe ich übrigens eine kleine Sternwarte eingebaut. Nachts schaue ich oft in den Himmel, beobachte die Sterne und trinke ein gutes Glas Wein. Mehr brauche ich nicht um glücklich zu sein.

Mehr brauche ich nicht.
Taber Taber